Ist eine Unabhängigkeit von US-IT-Giganten möglich?

Nicht erst seit der zweiten Amtszeit des Us-Präsidenten Donald Trump stellt sich für einige Unternehmer die Frage: Ist eine Unabhängigkeit von den Us-IT-Giganten möglich?

Für die einen spricht hier der Unmut über das Verhalten von Microsoft in Verbindung mit dem Ende des alten Windows 7 und des Windows 10, welche im Falle des Umstiegs auf die neuere Version nicht nur erhebliche Lizenzkosten, sondern auch Investitionen in Hardware erforderlich machte. Für andere geht es um das Thema Datenschutz, Betriebsgeheimnisse, Sicherheit im Allgemeinen.

An dieser Stelle wollen wird uns einmal ansehen, ob es Möglichkeiten gibt, sich von den Big Tech-Unternehmen loszusagen. Und vorweg genommen: Ja, es ist machbar. Jedoch ist das weitgehende Loslösen von den Tech-Giganten für kleine und mittlere Unternehmen einfacher als für Großkonzerne.

Betriebssystem

Wer über Betriebssysteme für seine IT Hardware nach denkt bzw. gefragt wird, dem Fallen sicherlich drei ein: Windows (oder eigentlich richtig DOS), iOS und Linux (imklusive der verschiedenstem Abwandlungen) Geht es um den Einsatz der Systemw – so ging es uns selbst – würde man Windows und iOS für Arbeitsplatzrechner und mobile Geräte (Notebooks, Tablets und Smartphones) verorten, Linux dagegen zusammen mit Windows für Server. Dazu käme noch als weiteres Betriebssystem Android, dass man in der Regel auf mobilen und TV-Geräten findet.

Sowohl Windows, als auch iOS und Android sind dabei US-Produkte; auch wenn es im Falle Androids abgewandelte Versionen einzelner Hardwareanbieter gibt.

Das Nischen-Betriebssystem Linux, welches ähnlich Androids, in verschiedenen sich leicht unterscheidenden Varianten von unterschiedlichen Herstellern gibt, hat vermutlich sein großes Comeback mit Microsofts Zwang auf eine neuere, von vielen unbeliebte Windows-Version umzusteigen, erlebt. Denn Linux ist anspruchsloser hinsichtlich der Hardware-Anforderungen, so dass ältere IT weiterhin genutzt werden kann und man sich Neuinvestitionen, was gerade kleinen und mittelgroßen Unternehmen nicht unerhebliche Kosten verursacht, spart.

Zu dem kommt, dass Linux aufgrund Open Source von versierten Programmieren angepasst werden kann. Es erfolgt daher auch eine Kontrolle durch die entsprechende Community.  Schwachstellen werden schneller aufgedeckt und beseitigt, wie auch solche Aktionen von Microsoft und Apple, die auf Nutzerdaten (und vielleicht sogar mehr) abzielen, unterbunden werden.

Wer also seine IT von den Giganten unabhängiger aufbauen möchte, kann dies mit der Entscheidung zu Linux tun.

Alternative zum MS Office-Paket

Vermutlich die wichtigste Frage bei dem Thema ist, wie man wie ersetzt man das Microsoft Office, welches teilweise nicht nur enorme Lizenzkosten verursacht, sondern auch zu manch Unmut aus anderer Sicht führt: z.B. die enge Verbindung zur Cloud-Nutzung, die ständigen Überwachungen und Eingriffe durch den Hersteller. Oder auch der verdeckte, hintergründige Datentransfer zwischen dem Arbeitsplatzrechner und Microsoft. Nichts oder wenig passiert auf dem Arbeitsplatzrechner, was Microsoft nicht mitbekommt. Böse könnte man behaupten, das Microsoft Office ein Trojaner sei.

Es gibt einige Office-Konkurrenzprodukte. In der Regel sind sie mit dem von Microsoft kompatibel. Sprich sie können Dateien, die mit Word, Excel oder Powerpoint erstellt wurden, öffnen sowie in deren Formaten speichern. Ab und zu gibt es, gerade wenn man an Excel denkt Einschränkungen, da bestimmte Funktionalitäten nicht oder etwas anders umgesetzt sind bzw. erst einige Zeit später den Weg in die Apps finden.

Auch hier gibt es ein großen Open Source Projekt: Libre Office. Dieses Office-Paket hat sogar den Vorteil, dass es sowohl für Linux als auch für des weitverbreitete Windows  und macOS verfügbar ist. Daher ist dieses Paket auch für die geeignet, die aus welchen Gründen auch immer (vermutlich, weil andere Software Windows / macOS als Betriebssystem benötigen) beim Betriebssystem eines der Giganten bleiben wollen oder müssen.

Man spart sich, da im Netz frei verfügbar, teils erhebliche Lizenzkosten. Zu dem wird die Software durch Open Source von einer großen Community überwacht und weiterentwickelt.

Contra für Adobe: Bildbearbeitung und Desktop-Publishing

Wer von den Kreativen ist nicht schon mit Adobe in Berührung gekommen? Das Urgestein, wenn es um Grafik und Fotobearbeitung geht. Photoshop oder Illustrator ist den meisten ein Begriff.

Mit Adobe holt man sich den nächsten US-Giganten ins Haus, der sich nicht groß anders verhält als Microsoft, Apple oder Google: Möglichst alles über den Nutzer wissen und die Arbeiten der Nutzer auf der Adobe-eigenen Cloud speichern.

Aber für die beiden genannten Tools gibt es auch Alternativen. Sowohl lauffähig unter Windows, als auch unter Linux: GIMP für die Fotobearbeitung (und nicht nur die) und Incscape für Vektorgrafiken.

Mit der Open Source Applikation Scribus bekommt man ein freies Desktop-Publishing-Tool. Es ist wie GIMP oder auch Inkscape sowohl für  Windows und macOS, wie auch für die, die den Cut zum Microsoft-Betriebssystem voll durchziehen, für Linux verfügbar.

Online-Apps.

Persönlich bin ich kein Fan von gehosteten Apps, die nur temporär auf dem eigenen Rechner oder komplett auf fremden Servern – also Cloud basiert — laufen. Jedoch hinsichtlich des Cuts mit Microsoft, ist diese Lösung nicht zu vernachlässigen.

Vorteil dieser Cloud-Lösungen: Da sie Online über den Browser laufen sind sie unabhängig vom genutzten eigenen Betriebssystem.

Jedoch haben sie auch eine Nachteil: Stammen die Online-Apps nicht von DSGVO-kunformen Anbietern, ist nicht sichergestellt, dass nicht irgendein ein Unternehmen Daten abzieht, egal, ob es den zwischen den USA und der EU irgendwelche Vereinbarungen hinsichtlich Datenschutz gibt oder nicht.

Cloud-Speicher

Cloudsüeicher sind inzwischen weit verbreitet. Wer nicht Microsofts OneDrive oder die iCloud von Apple nutzt, verwendet in der Regel die von Google oder eine andere kostenfreie oder scheinbar kostengünstige Cloud wie Dropbox. Gerade bei kleinen KMU wird teils leichtfertig auf diese Angebote zurückgegriffen.

Dabei gibt es auch kostenfreie bzw. kostengünstige Clouds in der DACH-Region wie innerhalb der EU. Diese Angebote weisen nicht selten sogar mehr Speicherplatz aus.

Etliche Internet Service Provider (ISP) bieten Ihren Kunden eine kostenfreie WebDav-Cloud an. Zum Beispiel habe wir in unserem Hosting-Paket eine Cloud über 250 GB enthalten. DSGVO konform liegen dort die Daten vor Zugriff und Verwendung durch die US-Tech-Unternehmen gespeichert.

Elektronische Kalender

Wer kennt ihn nicht den Google Kalender? Oder Outlook von Microsoft?

Ideal sind diese Kalender gerade für den Austausch der Termine zwischen den einzelnen genutzten Geräten. Schließlich sind diese Kalender ja zum Teil vom  Betriebssystem unabhängg oder es gibt, wie im Falle von Outlook für jedes Betriebssystem entsprechende Apps

Aber wussten Sie.dass in vielen Hostingangeboten Online-Kalender enthalten sind?

Die ISP bieten Webmail-Portale für jede registrierte Email-Adresse. Teil dieser Portale sind auch Online-Kalender. Die genutzte Mailingsoftware (auch Outlook) kann mit diesen Kalendern verknüpft werden.

Ein Google Calendar (oder ein in der USA gespeicherter Kalender) ist also nicht nötig, um Termine dezentral zu speichern und auf verschiedenen Geräten anzuzeigen.

Server

Man betreibt selbst die Server, um sich von IT-Dienstleistern unabhängig zu halten. Ein löblicher Ansatz. Aber was verwendet man für ein Server-Betriebssystem?

Webserver müssen nicht unbedingt Mit Serversoftware der Giganten betrieben werden. So liefert Apache für alle mäglichen Betriebssstem passende Server-Software,

Social Media

Social Media ist ein Tummelplatz us.amerikanischer Datenkraken. Egal ob es X oder die Meta.Services oder Youtube ist. Alle wollen ur eines: Daten der Nutzer abreifen, aus ContentVorlieben ermitteln und letztendlich den User mit Werbung ombardieren, Und was zu dem noch an die US-Staatsorgane weitergegeben wird, läßt sich für die Anwender nicht nachvollziehen.

Dabei ist der Berecih Social Media schon längst durch andere Anbieter aufgebrochen. Nehmen wir Bluesky, ein Ersatz für Twitter/X oder Telegram und Signal, eine Konkurrenz zu WhatsApp. Nur um die bekannteren zu nennen.

Jedoch gibt es als Mitbewerber zu WhatsApp auch das aus der Schweiz stammende Threema. Eine Kommunikationstool, as den europäischen Datescutzvorschriften unterworfen ist. Von Telefonnummern unabhängig funktioniert. Und, und das ist vermutlich der Grund, warum es recht wenig genutzt wird, man muss einmalig (in der privaten V ersion) einen rechtkleinen Betrag abführen.

Auch interessant ist das Fediverse. Ein offnenes dezentrales System, in dem sich unterschiedliche Social Media-Netzwerke sammeln:

  • Mastodon als Wettbewerber zu Twitter/X und Treads
  • Pixelfed (Fotos) und Peertube (Video-Blogging) als Ausweichmöglichkeit für Instagram
  • Bizzfed als Business-Netzwerk greift als neue Social Mediaplattform (gestartet im Sommer 2026) LinkedIn an
  • PeerTube ist das Youtube im Fediverse
  • FunkWhale eine Streamingplattform für Songs und Podcasts. Damit Mitbewerber zu z.B. Spotify
  • Friendica das Fasebook im Fediverse.
  • Lemmy ist eine Diskussionsplattform und damit der Wettbewerber zu Reddit

Nur um einige der größeren Netzwerke im Fediverse zu nennen. Und der extreme Vorteil hier: die Netzwerke sind untereinander verbunden. Wer z,B, Mastodin nutzt kann einem Profil bei FunlWhale oder einem Thema bei Lemmy folgen und beo der Diskussion beitragen oder gar ein neues Thema öffnen, ohne selbst bei diesen Netzwerken angemedet zu sein. Es erfolgt zuwischen den Fediverse-Servern ein Ausstausch

(Werbung in eigener Sache: Dieser Blog hier ist zum Beispiel unter @business-app.insights auf der Instanz app.gewerbehelfer.de zu finden. Einfach im Netzwerk in dem man angemeldet ist suchen, folgen und keinen neuen Blogpost verpassen)

Fazit

Wir haben nur ein paar Beispiele genannt, sich von den US-Tech-Giganten unabhängig zu erklären. Aber sie verdeutlichen, dass vor allem kleine bis mittlere Unternehmen recht einfach auf Microsoft & Co verzichten und auf lizenz- und kostenfreie Lösungen ausweichen können. Es gibt ausreichend gute Software, die die teuren Lösungen der US-Unternehmen ersetzen können und den unternehmerischen Anforderungen mit Leichtigkeit entsprechen.

Schwierig ist die Überwindung der Skrupel auf Anwenderseite. Hier muss seitens der IT oft ganze Arbeit geleistet werden, um Geschäftsführung und Kollegen (Anwender) zu überzeugen, dass man Microsofts Windows oder deren Apps nicht benötigt um das Tagesgeschäft erledigen zu können.

Ist jedoch die Entscheidung gefallen, braucht man Zeit für die Recherche nach entsprechender Software und die Umstellung. Auch sollte man vor dem Einsatz von Linux sich die einzelnen Varianten ansehen und prüfen, um den Umstieg recht leicht zu machen.

Bei Unternehmen, die noch viel alte Software verwenden, kann ein Umstieg problematisch werden. Denn auch wenn es Mögichkeiten gibt, Windows-Programme unter Linux zu betreiben, müssen sie nicht unbedingt störungsfrei laufen. Dies ist jedoch gerade unter der Berücksichtigung der betriebliche Abläufe wichtig.

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